Barbarazweige und Luzienweizen

Heilige Barbara
Barbara zählt mit Margareta und Katharina zu den Virgines Capitales („drei heilige Madln“) und zu den 14 Nothelfern. Ihr Feiertag ist der 4. Dezember. Sie ist die Patronin der Architekten, Bauarbeiter, Gefangenen, Glockengießer und Soldaten, besonders aber der Bergleute. Eine Reihe von Bräuchen knüpft sich an den 4. Dezember. Am bekanntesten ist der, Zweige von Kirsch-, Weichsel- und anderen Obstbäumen oder Ziersträuchern zu schneiden und einzuwässern. Bis Weihnachten erblüht, sollen sie Glück und Segen bringen. Eine erklärende Legende will wissen, dass sich auf dem Weg zur Hinrichtung ein Kirschzweig in Barbaras Kleid verfing, der bei ihrem Tod aufblühte. Mancherorts glaubten junge Frauen auch an das Orakel der Barbarazweige: Blühte der Zweig bis Weihnachten auf, ging der Wunsch nach einem Ehemann im kommenden Jahr in Erfüllung. Man konnte auch die Namen der in Frage kommenden Ehekandidaten auf verschiedene Zweige binden und die Blüten zeigten dann an, wen man schließlich heiratet.

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Heilige Luzia
Auch der Luzienweizen sollte eine Blick in die Zukunft ermöglichen: Am 13. Dezember in einem Teller mit Erde und Wasser ausgesät, erreicht er bis Weihnachten Spannenhöhe. In der Mitte brannte eine Kerze. Sowohl aus ihrem Schein als auch aus dem Wachstum der Tellersaat zog man früher Schlüsse auf das kommende Jahr. Der Luzienweizen wird auch Adonisgärtlein genannt nach dem griechischen Vegetationsgott der Antike. Bei seinem Fest, den „Adonia“ wurden zum Gedenken an den hübschen Jüngling, der sehr jung bei einem Jagdunfall verunglückte, schnell wachsende, aber auch schnell wieder verdorrende Pflanzen als Adonisgärtchen in Blumentöpfe gepflanzt.
Luzia als „die Lichtvolle“ war bereits in der Antike eine sehr beliebte Heilige. Ihr Feiertag am 13. Dezember war bis zur Gregorianischen Kalenderreform 1582 der Mittwintertag. Darstellungen zeigen die heilige Luzia zwei Augen auf einer Schüssel tragend oder mit einer Öllampe. Sie ist die Patronin der Bauern, Blinden, Notare und Schneider.

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