Bräuche in Europa

Russland: Väterchen Frost

In Russland wird Weihnachten in einer abgewandelten Form gefeiert. Statt des Weihnachtsmanns oder des Christkinds bringt Väterchen Frost die Geschenke, und nach der christlich-orthodoxen Tradition, die nach der Zeit des Kommunismus wiederentdeckt wurde, findet das eigentliche Fest am 7. Januar statt. Der „Heilige Abend“ ist der Abend des 6. Januar. Er trägt den Namen “Sochelnik”. Schlägt es Mitternacht, endet die strenge, vierzig Tage währende Fastenzeit für die strenggläubigen Russen. Den klassischen Weihnachtsmann gibt es in Russland nicht. Stattdessen kommt Ded Moroz (Väterchen Frost) mit seiner Enkelin Snegurotschka (Schneemädchen) auf einem Schlitten vorbei. Brave Kinder erhalten in der Nacht Geschenke...

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Polen: das wichtigste Fest im Jahr

Im katholischen Polen ist Weihnachten das wichtigste Fest im Jahr schlechthin. Auf Ablauf, Dekoration und Harmonie wird großer Wert gelegt. Der Weihnachtsabend beginnt, wenn sich der erste Stern sich zeigt. Zuerst wird das Weihnachtsevangelium gelesen und eine Oblate mit allen Anwesenden geteilt. Danach folgt das fleischlose Festessen, das aus zwölf Gerichten besteht – mit Karpfen, Piroggen und Hering. Die zwölf Gerichte sollen an die zwölf Apostel erinnern und eine Gräte vom Weihnachtskarpfen übers Jahr in der Geldbörse aufbewahrt, bringt Glück.

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England: Carols

In England feiert man das Weihnachtsfest am 25. Dezember – aber auch hier ist die Zeit der Vorfreude die schönste Zeit. Man hängt seine „Stockings“ – bunte Socken – an den Kamin, hängt Mistelzweige und Stechpalmzweige auf, kleine Gruppen ziehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder „Carols“ wie zum Beispiel „We wish You a merry Christmas“ oder „Joy to the world. Den englischen Kindern bringt „Father Christmas“ die Geschenke. Als Festschmaus gibt es den traditionellen Weihnachtstruthahn, mit Plumpudding und Eierspeise. Engländer feiern Weihnachten ausgelassen und farbenfroh.

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Frankreich: Weihnachtsessen

In Frankreich spielt das Essen zu Weihnachten eine große Rolle, in besonders religiösen Haushalten werden beim Weihnachtsessen „Réveillon“ sieben Gerichte und 13 Desserts serviert, diese stehen für die zwölf Apostel und Jesus Christus. Auf dem Speiseplan stehen exquisite Gerichte wie Foie gras, Austern, Hummer und Schnecken. Typisch ist hier der „Buche de Noël“ – ein aus Biskuitteig und Creme geformter Baumstamm. Geschenke bringt der Pére Noël, der Weihnachtsmann, erst am 25. Dezember.

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Spanien: Besinnlichkeit

In Spanien wird Weihnachten sehr besinnlich und ruhig gefeiert. In den Fenstern stehen Kerzen, die dem Jesuskind den Weg ins Haus zeigen sollen. Es ist üblicher eine Krippe als einen Weihnachtsbaum aufzustellen. Den Heiligen Abend feiert man in der Familie mit einem Essen und der „Misa del Gallo“, der Hahnenmesse, weil ein Hahn als erster die Geburt Christi verkündet hätte. Auch am 25. Dezember feiert man in der Familie mit einem Festschmaus mit vielen Süßigkeiten. Die Geschenke bekommen die Kinder aber erst am 6. Jänner von den Heiligen Drei Königen. Schon am 5. Januar zieht die Karawane der Heiligen Drei Könige durch die Straßen, um den Kindern zu zeigen, dass sie angekommen sind.

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Niederlande: Der Heilige Nikolaus – in den Niederlanden – Sinterklaas

Aber nicht nur Lucia ist ein essentieller Teil europäischer Weihnachtsbräuche – auch der heilige Nikolaus, der am 6. Dezember die Kinder beschenkt, hat zum Beispiel in den Niederlanden eine stärkere Bedeutung als bei uns. Sinterklaas kommt schon Ende November mit dem Schiff aus Spanien und bringt den Kindern Geschenke, die er in die dafür aufgestellten Holzschuhe steckt. Die Kinder legen Heu und eine Karotte für das Pferd des Sinterklaas bereit. Am 5. Dezember ist der Höhepunkt der Festivitäten – für manche Niederländer wichtiger als der Heilige Abend.

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Schweden: Santa Lucia und ihre Begleiter

Santa Lucia in Schweden bringt als Lichterkönigin am 13. Dezember Licht in die Dunkelheit der Winternächte. Seit den 1970er-Jahren wird die Tradition des Lucia-Fests, eine Mischung aus dem christlichen Fest der Heiligen Lucia von Syracus und dem heidnischen Lichterbrauch zur Wintersonnenwende, in Schweden verstärkt gepflegt. Das Luciafest wird aber auch in Dänemark, in Finnland und in Norwegen gefeiert.

Traditionell kommen am Morgen des Luciatages die Kinder des Hauses zu den Eltern ans Bett, singen Lieder wie „Santa Lucia“, „Lusse Lelle“ und „Staffansvisan“ und bringen ihnen ein süßes Frühstück...

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Italien: Hexe Befana

Italienische Kinder haben besonders viel Glück: In Italien sind in der Weihnachtszeit viele Weihnachtsfiguren unterwegs, die Geschenke verteilen. Zwischen 5. Und 6. Dezember kommt der Weihnachtsmann, Babba Natale, und legt kleine Gaben vor die Schlafzimmertür. Am 13. Dezember ist Santa Lucia unterwegs und die Kinder finden auf der Fensterbank kleine Aufmerksamkeiten. Am 25. Dezember kommt das italienische Christkind, il Bambinelle, und am 6. Jänner fliegt die gute Hexe Befana von Haus zu Haus und bringt den Kindern Präsente. Vielmehr als der Christbaum steht in Italien die Krippe im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Die typische Süßspeise zu Weihnachten ist der köstliche Panettone.

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